Neues aus den Häfen
Überblick über die Schiffsumschläge
Der größte und umschlagsträchtigste Hafen in Baden-Württemberg ist der Staatliche Rhein-Neckar-Hafen Mannheim. Er zählt auch im Reigen der Binnenhäfen in ganz Deutschland zur absoluten Spitzengruppe. In der ersten Zeit der Kleinwasser-Phase hatte es in Mannheim, so ausgesehen, als ob dieser Hafen von den Auswirkungen verschont bliebe. Mittlerweile aber ist auch Mannheim vom historischen Niedrigwasser eingeholt. Der Umschlag ist im 3. Quartal 2006 dort um 300 000 Tonnen zurückgegangen und liegt noch bei 1,9 Millionen Tonnen. Der Gesamtumschlag seit Jahresbeginn hat sich von 6,3 Millionen Tonnen auf sechs Millionen reduziert.
Die Nummer zwei in Baden-Württemberg sind die Rheinhäfen Karlsruhe. Bei diesen beiden Häfen kommt die Tatsache zum Tragen, dass die Häfen neue Geschäftsfelder erschließen. Mit den bis zum 3. Quartal erreichten 6,2 Millionen Tonnen Umschlag sind sie beinahe am Gesamtumschlag des Jahres 2005 von 6,5 Millionen Tonnen angelangt. Der Hafen Heilbronn, Nummer drei im Lande und Nummer eins am Neckar, hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2006 3,6 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, davon im dritten Vierteljahr mit 1,15 Millionen Tonnen fast punktgenau ein Drittel. Beim Hafen Kehl zeigt der Gesamtumschlag mit 2,6 Millionen Tonnen (2005: 2,8 Millionen) die gleiche Tendenz wie die Umschläge im dritten Quartal (2006: 850 000 Tonnen, 2005: 907 000 Tonnen).
Ähnlich sieht es in Stuttgart aus, wo statt 890 000 Tonnen noch 760 000 Tonnen Güter umgeschlagen wurden. In Breisach dagegen verzeichnet die Hafenverwaltungen einen Zuwachs. Gingen in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres noch 571 000 Tonnen von und an Bord, so waren dies im laufenden Jahr bereits 594 00 Tonnen. Ähnlich sind die bis zum September in Plochingen registrierten Umschlagszahlen. Allerdings hatte man dort im gleichen Zeitraum des Vorjahres gut eine Million Tonnen schiffsseitig umgeschlagen. In Weil am Rhein, kurz vor der Schweizer Grenze, ist der Schiffsumschlag des dritten Quartals zwar von rund 180 000 Tonnen auf etwa 150 000 Tonnen zurückgegangen. Doch die Gesamtzahl für das bisherige Jahr stimmt hier optimistischer: Von gut 460 000 Tonnen stiegen die Umschläge auf 475 000 Tonnen.
Auch am Main ist Baden-Württemberg mit einem Hafen vertreten: In Wertheim hat man im 3. Quartal knapp 20 000 Tonnen umgeschlagen, 2 000 Tonnen weniger als vor einem Jahr. Die bislang erwirtschaftetet Gesamtzahl liegt aber wie 2005 bei gut 57 000 Tonnen. hom
In vielen Häfen noch Nachwirkungen historischer Kleinwasserphase
Die meisten Häfen in Baden-Württemberg spüren auch jetzt noch das historische Niedrigwasser, das von Herbst 2005 bis Frühjahr 2006 die Schifffahrt behinderte. Vor allem auf dem Rhein konnten seinerzeit die Schiffe nicht so beladen werden, wie es ihre Kapazität hergegeben hätte. Die Schiffsführer (so der offizielle Titel der „Kapitäne“ auf den Binnengewässern) mussten bei der so genannten Abladung auf viele Tonnen Güter verzichten. Die Partikuliere und die Reedereien mussten, um auf ihre Kosten zu kommen, bei den Frachtraten Kleinwasser-Zuschläge erheben. Dies verteuerte die Schiffsfracht. Außerdem konnten die Schiffe Großkunden wie Kraftwerke nicht mit der von der Schifffahrt sonst gewohnten, absoluten Sicherheit beliefern. Dies führte dazu, dass die Kunden auf andere Verkehrsträger umstiegen, vor allem die Bahn. Selbst wenn der Transport so teurer wurde. Dies hat Nachwirkungen bis in die laufende Zeit. Denn die Bahn schließt nach Möglichkeit langfristige Verträge ab.
Inzwischen könnten die Schiffe wieder mit voller Kapazität fahren, aber der Verkehr leidet noch immer. Auswirkungen hat dies auf die Umschlagszahlen in nahezu allen der neun Häfen des Landes Baden-Württemberg, die sich in der ARGE zusammengeschlossen haben. Wenn einige wenige Häfen dennoch Zuwächse vermelden können, so liegt dies daran, dass die verladende Wirtschaft trotz der gelegentlich witterungsbedingten Unwägbarkeiten dort, wo es möglich ist, zunehmend auf den Schiffstransport setzt, weil es „unter dem Strich“ von Vorteil ist, sich des Binnenschiffes zu bedienen. hom
